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Ein Rahmenkonzept im öffentlichen Interesse für das soziale Web

Digitale Plattform Charta der Rechte

Eine Erklärung der Grundrechte und -prinzipien für ethische digitale Plattformen – zum Schutz der Privatsphäre, der Würde, der Sicherheit, der Fairness und der Selbstbestimmung der Nutzer im Online-Raum.

Artikel
11
Prinzipien
33
Status
Leben

Einführung

Präambel

Wir, die Architekten und Verwalter digitaler Plattformen, anerkennen das grundlegende Recht aller Nutzer, an Online-Räumen teilzunehmen, die ihre Privatsphäre, Würde und ihr Wohlbefinden respektieren.

Diese Charta legt die Grundsätze und Standards fest, die die Entwicklung und den Betrieb ethischer digitaler Plattformen regeln sollen.

Die Charta

Grundrechteartikel

Elf Verpflichtungen für Plattformen, die Menschen, Gemeinschaften und deren Rechte über Ausbeutung und Nutzung um jeden Preis stellen.

Wählen Sie einen Artikel aus, um dessen Grundsätze zu lesen.

Artikel 1 Recht auf Privatsphäre
  1. Datenminimierung

    Es werden nur die für die Kernfunktionen notwendigen Daten erhoben. Plattformen müssen die Notwendigkeit jedes einzelnen erhobenen Datenpunkts begründen.

  2. Ausdrückliche Zustimmung

    Nutzer müssen vor der Erhebung, Speicherung oder Weitergabe ihrer personenbezogenen Daten an Dritte eine informierte Einwilligung erteilen. Die Einwilligung muss freiwillig, spezifisch und widerrufbar sein.

  3. Datenschutz durch Technik

    Bei der Entwicklung von Plattformfunktionen und -aktualisierungen ist der Schutz der Privatsphäre der Nutzer standardmäßig gewährleistet, um eine unnötige Offenlegung von Daten zu verhindern.

Artikel 2 Freiheit von Überwachung
  1. Keine nicht einvernehmliche Nachverfolgung

    Nutzer werden im Internet nicht heimlich überwacht oder verfolgt. Jede Form der Nachverfolgung muss ausdrücklich offengelegt und genehmigt werden.

  2. Klare Aufsicht

    Werden Analyse- oder Trackingfunktionen zu Sicherheitszwecken, zur Spam-Prävention oder zur Fehlerbehebung eingesetzt, erfolgt dies transparent dokumentiert und ist in ihrem Umfang begrenzt.

  3. Benutzergesteuerte Sichtbarkeit

    Nutzer können die Sichtbarkeitseinstellungen für ihre Profile und Inhalte einfach anpassen, um ihre Privatsphäre selbst zu schützen.

Artikel 3 Schutz vor Hassrede
  1. Null-Toleranz-Regelung

    Die Regeln verbieten Hassrede, Belästigung und gezielte Gewalt ausdrücklich. Verstöße werden zügig und transparent moderiert.

  2. Barrierefreies Meldesystem

    Ein einfaches und barrierefreies System ermöglicht es Nutzern, schädliche Inhalte zur Überprüfung zu melden.

  3. Klare Gemeinschaftsstandards

    Klare Definitionen und Beispiele schädlicher Inhalte werden öffentlich bereitgestellt, damit Nutzer wissen, was erlaubt ist und was nicht.

Artikel 4 Starker Schutz für gefährdete Gemeinschaften
  1. Inklusive Moderationsregeln

    Moderationsteams werden darin geschult, Inhalte zu erkennen und zu bearbeiten, die Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe, ethnischen Zugehörigkeit, ihres Geschlechts, ihrer sexuellen Orientierung, einer Behinderung, ihrer Religion oder anderer marginalisierter Identitäten angreifen.

  2. Intersektionaler Ansatz

    Regeln und Verfahren zu ihrer Durchsetzung berücksichtigen sich überschneidende Formen der Benachteiligung, die schädliche Auswirkungen verstärken.

  3. Schnell erreichbare Unterstützung

    Für Nutzer, die sich auf der Plattform bedroht oder unsicher fühlen, stehen eigene Kontaktwege für schnelle Hilfe bereit.

Artikel 5 Datenübertragbarkeit und Selbstbestimmung der Nutzer
  1. Einfacher Datenexport

    Nutzer haben das Recht, ihre Daten jederzeit in einem gängigen Format herunterzuladen oder zu exportieren.

  2. Recht auf Löschung

    Auf Anfrage werden die Daten eines Nutzers dauerhaft von der Plattform gelöscht, soweit keine rechtlichen oder sicherheitsbezogenen Ausnahmen entgegenstehen.

  3. Dezentral und interoperabel

    Wo immer möglich, unterstützt die Plattform offene Protokolle und Standards, damit Nutzer frei zu anderen Diensten wechseln und sich dienstübergreifend vernetzen können.

Artikel 6 Transparenz und Rechenschaftspflicht
  1. Offene Entscheidungsprozesse

    Die Regeln und Entscheidungsprozesse der Plattform sind offen gestaltet und unterliegen regelmäßiger Beteiligung und Kontrolle durch die Gemeinschaft.

  2. Öffentliche Entwicklungspläne

    Änderungen an Plattformregeln oder Technik werden öffentlich gemacht. Betroffene können sie kommentieren oder Anpassungen vorschlagen.

  3. Unabhängige Aufsicht

    Ein unabhängiges Gremium oder eine beratende Gruppe kann die Moderation und den Umgang mit Daten prüfen, um die Einhaltung hoher ethischer Standards sicherzustellen.

Artikel 7 Sicherheit und Wohlbefinden
  1. Inhaltswarnungen und Moderationswerkzeuge

    Wirksame Werkzeuge ermöglichen es Nutzern, sich mithilfe von Inhaltswarnungen und Filterlisten vor verstörenden oder schädlichen Inhalten zu schützen.

  2. Hilfsangebote für psychische Gesundheit

    Die Plattform stellt Informationen und Hotlines zur Unterstützung bei psychischen Belastungen bereit und fördert so ein gesünderes Online-Umfeld.

  3. Digitalen Schäden vorbeugen

    Vorausschauende Maßnahmen wie Begrenzungen der Nutzungshäufigkeit und bewusst gestaltete Hürden wirken Suchtmustern, Spam und Missbrauch entgegen.

Artikel 8 Transparenz bei der Cybersicherheit
  1. Offenlegung der Sicherheitsmaßnahmen

    Sicherheitspraktiken und umgesetzte Schutzmaßnahmen werden regelmäßig, mindestens einmal jährlich, veröffentlicht. So können Nutzer die Vertrauenswürdigkeit der Plattform fundiert beurteilen.

  2. Meldung von Sicherheitsvorfällen

    Sicherheitsvorfälle, die Nutzerdaten oder die Integrität der Plattform betreffen, müssen allen betroffenen Nutzern unverzüglich und mit einer klaren Einschätzung der Auswirkungen mitgeteilt werden.

  3. Öffentliche Vorfallanalysen

    Zu Sicherheitsvorfällen und ungeplanten Ausfällen werden detaillierte Analysen veröffentlicht, die Ursachen, Schritte zur Behebung und vorbeugende Maßnahmen erläutern.

Artikel 9 Fairness in algorithmischen Systemen
  1. Nachvollziehbare Feeds

    Werden ein Feed oder Suchergebnisse algorithmisch zusammengestellt, haben Nutzer Anspruch auf verständliche Erklärungen der wichtigsten Sortierkriterien.

  2. Möglichkeit zum Verzicht

    Nutzer können einen chronologischen Feed oder eine andere einfache Ansicht wählen, wenn sie keine algorithmischen Empfehlungen nutzen möchten.

  3. Abbau von Verzerrungen

    Regelmäßige Prüfungen stellen sicher, dass Algorithmen Inhalte nicht aufgrund geschützter Merkmale unverhältnismäßig unterdrücken oder verstärken.

Artikel 10 Inklusive Gemeinschaft und Mitbestimmung
  1. Gerechte Vertretung

    Die Regeln und die Leitung der Gemeinschaft sollen vielfältige Stimmen und Erfahrungen widerspiegeln.

  2. Sprachliche Zugänglichkeit

    Wichtige Regeln, Hilfetexte und Moderationsrichtlinien stehen im Rahmen der verfügbaren Mittel in mehreren Sprachen zur Verfügung.

  3. Gemeinsame Entwicklung von Regeln

    Nutzer werden ermutigt, sich an Diskussionen über Regeln zu beteiligen und die Weiterentwicklung der Plattform mitzugestalten.

Artikel 11 Kontinuierliche Verbesserung und Weiterentwicklung
  1. Regelmäßige Überprüfung

    Die Charta, die Regeln und die Strategien zu ihrer Umsetzung werden regelmäßig überprüft und an gesellschaftliche und technologische Veränderungen angepasst.

  2. Rückmeldungen aus der Gemeinschaft

    Nutzer können Rückmeldungen, Vorschläge und Bedenken einreichen, damit die Plattform auf die Anliegen ihrer Gemeinschaft eingeht.

  3. Gemeinsame Verantwortung

    Alle Beteiligten – Nutzer, Betreiber und externe Mitwirkende – tragen gemeinsam die Verantwortung für die Einhaltung dieser Grundsätze.

Setzen Sie ein Zeichen

Unterzeichnen Sie die Charta

Mit der Unterzeichnung verpflichtet sich Ihre Organisation, diese Grundsätze umzusetzen und einzuhalten. Anträge werden geprüft, bevor Unterzeichner öffentlich aufgeführt werden.

Geben Sie die Website Ihrer Organisation an und erläutern Sie kurz Ihr Bekenntnis zur Charta.